| 25.01.03 | Große
Jubiläumsparty: 10 Jahre Bullentempel !!! |
| Achim Reichel und Band |
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Das Geheinmnisvolle der Ballade entpringt aus der Vortragsweise des Sängers (Johann Wolfgang von Goethe) Die Loreley, der Erlkönig, der Nöck - alles alter Kram? Überhaupt nicht, wenn Achim Reichel sich ihrer annimmt und mit seiner kernigen und markanten Stimme interpretiert. Achim Reichels Trumpf ist seine Bodenständigkeit und das Vertrauen auf das eigene Gefühl. Und da erstrahlen Gedichte der alten Klassiker Goethe, Heine, Storm und Mörike in nullkommanix in neuem Glanz. Eingepackt in griffigen Rock und Melodien, die sich ruckzuck ins Herz und in die Ohren bohren. Kein Zweifel, Wilder Wassermann - Balladen & Mythen ist alles andere als irgendein deutschsprachiges Rockalbum.
Die
Textauswahl
des
Wilden
Wassermanns
führt
Achim
Reichel
zurück
bis
an
die
Anfänge
deutscher,
oder
sagen
wir
ruhig
'germanischer'
Kultur,
die
ja
den
gesamten
nordeuropäischen
Raum
betrifft
und
nicht
nur
das
kleine
Land
in
der
Mitte
Europas.
Vineta
in
der
Ostsee,
Die
Loreley
am
Rhein
und
der
Mummelsee
sind
bis
heute
Wallfahrtsorte
und
Stätten
historischer
Feste.
Und
dass
die
Texte
fast
durchweg
aus
dem
19.
Jahhrhundert
stammen,
ist
durchaus
kein
Zufall,
plagten
sich
doch
auch
Goethe,
Storm
und
besonders
der
von
den
Nazis
verfemte
Heinrich
Heine
mit
demselben
Problem
ab:
Eine
deutsche
Identität
zu
finden,
die
frei
von
den
Ketten
der
Machthaber
ist
und
ihre
Wurzeln
sucht. |
Auf
Wilder
Wassermann
-
Balladen
&
Mythen
sind
es
spannende
Geschichten,
alte
Mythen
und
unheimliche
Begebenheiten,
die
Achim
Reichel
erzählt.
Da
ist
zum
Beispiel
Wilhelm
Müllers
Gedicht
über
Vineta,
die
sagenumwobene,
verschollene
Stadt
in
der
Ostsee,
sozusagen
das
Atlantis
des
Nordens.
Oder
es
ist
die
Geschichte
von
Belsazar,
dem
babylonischen
König,
der
seinem
eigenen
Hochmut
zum
Opfer
fiel,
spannend
erzählt
von
Heinrich
Heine,
oder
der
von
Johann
Wolfgang
von
Goethe
zu
Papier
gebrachte
Erlkönig,
das
unheimlich-düstere
Gedicht,
in
dem
der
Tod
nach
dem
Kind
greift.
"Ich
finde,
es
ist
falsch
zu
sagen,
Dichterkultur
sei
Upper
Class-Kultur,"
so
Achim
Reichel.
"Gerade
die
Texte
auf
dem
Wilden Wassermann
beruhen
ja
auf
alten
Volksmythen,
auf
Geschichten,
die
über
Jahrhunderte
von
Mund
zu
Mund
gegangen
sind.
Ich
will
ja
auch
keine
alten
musikalischen
Formen
reanimieren,
sondern
etwas
Neues
daraus
machen." Dass
das
gelingt,
ist
allemal
der
Musik
zu
verdanken,
die
sich
stilsicher
zwischen
Pop,
Rockmusik
und
folkigen
Einflüssen
bewegt.
Da
hört
man
irische
Tradition,
Cajun-Groove,
ausgelassene
Polka,
tänzelnden
Ska,
und
immer
wieder
blickt
der
Blues
durch.
"Ich
betrachte
den
Wilden
Wassermann
auch
als
ein
Weltmusik-Album,"
erklärt
Achim.
"Die
Fiedel,
die
Mundharmonika,
das
Akkordeon,
das
sind
ja
alles
nordeuropäische
Instrumente,
die
schon
vor
Jahrhunderten
in
die
weite
Welt
gefahren
und
dann
irgendwann
zurückgekommen
sind.
So
ist
ja
die
Mundharmonika
in
Norddeutschland
erfunden
worden,
ging
nach
Amerika
und
kam
dann
als
Blues-Instrument
wieder
zurück.
Es
ist
auch
kein
Zufall,
dass
ich
mit
Musikern
aus
verschiedensten
Ländern
zusammengearbeitet
habe."
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©nordmarkhalle/jüchser Stand: 19.11.02